Digitales Testfeld Düsseldorf nimmt Betrieb auf (24.9.2018)

\"Kooperative Mobilität im digitalen Testfeld Düsseldorf\\\" (KoMoD)

  • Forschungsfahrzeuge kommunizieren untereinander und über spezielles WLAN mit der Streckeninfrastruktur
  • Eine digitale Karte enthält alle relevanten Informationen wie Ampeln, Parkleitsysteme und Warn- und Geschwindigkeitshinweise der Teststrecke
  • Stichwort(e): Verkehr, intelligente Mobilität, Digitalisierung, automatisiertes und vernetztes Fahren
  • Zukünftig soll der Verkehr in der Stadt mit Hilfe vernetzter Technologien besser fließen und dTechnologien besser fließen und das Auto den Fahrer in Echtzeit über Störungen auf seiner Route informieren. Dafür wurde in Düsseldorf ein Testfeld für automatisiertes und vernetztes Fahren in der Stadt aufgebaut. In dem Projekt 'Kooperative Mobilität im digitalen Testfeld Düsseldorf' (KoMoD) entwickelt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) unter Federführung der Stadt Düsseldorf unter anderem eine hochgenaue digitale Karte mit allen relevanten Informationen der Teststrecke. Am 24. September 2018 eröffneten NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst und Oberbürgermeister Thomas Geisel offiziell den Betrieb des Testfeldes.

    In KoMoD testen derzeit zwölf Projektpartner aus Forschung und Industrie auf einer Strecke von 20 Kilometern neue Technologien zur Fahrzeug-Infrastruktur-Vernetzung sowie zum hoch- und vollautomatisierten Fahren. Die Tests in Düsseldorf finden unter realen Bedingungen statt. Die Forschungsfahrzeuge mischen sich in den kommenden Monaten auf der Teststrecke unter den alltäglichen Verkehr. Im Gegensatz zu den übrigen Fahrzeugen sind sie in der Lage mit der Streckeninfrastruktur, zum Beispiel Ampeln und Verkehrsschildern zu kommunizieren. Dieser Datenaustausch ist die Grundlage mit der in Zukunft Tools für ein sicheres hautomatisiertes Fahren entwickelt werden können.

    Das vernetzte Fahren bezeichnet die Kommunikation zwischen Fahrzeugen untereinander aber auch zwischen Fahrzeugen und der Infrastruktur (Car2X). Die Wissenschaftler des DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik beschäftigen sich in dem Verbundprojekt mit der Frage, welche verkehrsrelevanten Daten das Testfeld Düsseldorf an die automatisierten Fahrzeuge senden muss, damit diese sicher über die Teststrecke fahren können. Das DLR-Forschungsfahrzeug FASCarE (Fahrer Assistenz Systeme-Car-Elektrisch) fährt deshalb in mehreren Kampagnen über die Teststrecke und verarbeitet dabei die Online Daten der Strecke und nutzt die eigens vom DLR entwickelte digitale Karte.

    Digitale Karte für eine vorausschauende Planung

     'Hochautomatisierte Fahrzeuge benötigen digitale Karten, um die eigene Position genau zu ermitteln und diverse Fahrmanöver durchführen zu können', erklärt Dr. Henning Mosebach, DLR-Projektleiter in KoMoD vom DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik. Die digitale Karte ist aber nicht nur wichtiger Bestandteil für hochautomatisierte Fahrmanöver. Sie unterstützt auch den Fahrer bei der vorausschauenden Planung seiner Strecke. Durch die hochgenaue Karte sieht der Fahrer Informationen der Infrastruktur, also von den Ampeln, den Parkleitsystemen und die elektronischen Warn- und Geschwindigkeitshinweise der dynamischen Anzeigetafeln direkt in der Anzeige in seinem Cockpit. 'Der Fahrer kann sogar direkt im Fahrzeug seine Route mitsamt einem Wunschparkhaus festlegen und bekommt alle wichtigen Hinweise für seine Strecke im Fahrzeug angezeigt', so Mosebach. Sollte das Parkhaus während der Anfahrt den Grenzfüllstand überschreiten, wird dem Fahrer automatisch ein Alternativparkhaus angeboten.

    Mit Car2X effizienter und sicherer durch die Stadt

    Die Forschungsfahrzeuge dienen gleichzeitig als Sensoren, die Gefahrensituationen im Testfeld erkennen und an die anderen Testfahrzeuge und die Infrastruktur weiterleiten. Alle Fahrzeuge kommunizieren mittels einem speziellen WLAN auch mit den Ampeln: Anhand der Statusnachricht der Ampeln und den Informationen aus der digitalen Karte, sind die Fahrzeuge in der Lage, eine optimale Geschwindigkeitsvorgabe zu berechnen, um die bevorstehende Kreuzung ohne unnötig Brems- und Haltevorgänge zu passieren. Die entsprechende Geschwindigkeitsempfehlung oder Restrotzeit wird dem Fahrer direkt in seinem Cockpit angezeigt. 'Zukünftig kann automatisiertes und vernetztes Fahren im Zusammenspiel mit intelligenten Verkehrssystemen die Verkehrssicherheit und den Fahrkomfort steigern', so Mosebach. 'Der Verkehr fließt effizienter und auch die verkehrsbedingten Emissionen werden damit gesenkt.'

    Ab 2019 soll die Teststrecke mit der Kommunikationsinfrastruktur auch für Dritte geöffnet werden.

    Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat für das Projekt Fördermittel von mehr als neun Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Das Gesamtprojektvolumen beläuft sich auf 14.846.832 Euro. Ziel ist es, verschiedene Funktionen des vernetzten und automatisierten Fahrens auf einem Testfeld von Straßen.NRW, der Stadt Düsseldorf und auf privatem Gelände zu erproben. Das Düsseldorfer Testfeld erstreckt sich von der A57 über die A52, Brüsseler Straße (B7), Heerdter Dreieck, Vodafone Campus, Rheinalleetunnel und über die Rheinkniebrücke in Straßenbereiche der Friedrichstadt.

    Jens Wucherpfennig Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Kommunikation, Göttingen, Bremen

     







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