Geothermietagung: Stadt Werne und Landkreis Coesfeld geehrt

Wie kann die Wärmeversorgung und die Fernwärmeversorgung in Ballungsräumen in der Nachkohlezeit klimaschonend oder klimaneutral gestaltet werden? Geothermie ist ein Baustein, um die Wärme-Energiewende in Nordrhein-Westfalen erfolgreich zu gestalten. Dezentral, erneuerbar und fast flächendeckend verfügbar. Um diese klimaschonende Technologie, nicht zuletzt auch als Wirtschaftsfaktor für den Standort NRW, weiter voranzubringen, veranstaltete die EnergieAgentur.NRW heute (06.09.) gemeinsam mit dem Internationalen Geothermiezentrum (GZB) und der Wirtschafts-Entwicklung Bochum GmbH die 14. NRW Geothermiekonferenz im Geothermiezentrum Bochum, Lennershofstraße 140, 44801 Bochum. In diesem Jahr fand die Veranstaltung mit rund 150 Energiespezialisten gemeinsam mit dem fünfzehnten Geburtstag des Geothermiezentrums Bochum (GZB) statt. Die Teilnehmer wurden in einer einleitenden Präsentation über die Ergebnisse des Zubaus im Erdwärmesektor im Jahr 2017 in Nordrhein-Westfalen informiert. Im Anschluss fand die Prämierung der Kommune und des Landkreises mit dem höchsten Zubau an Erdwärmeheizungen 2017 in NRW statt. Dabei zeichnete NRW-Wirtschaftsstaatsekretär Christoph Dammermann den Landkreis Coesfeld und die Stadt Werne aus. Staatssekretär Dammermann sagte: „Geothermie ist ein wichtiger Bestandteil einer zukünftigen und verantwortungsvollen Wärmeversorgung in Nordrhein-Westfalen. Die Auszeichnungen an den Landkreis Coesfeld und die Stadt Werne sind ein gutes Beispiel für die steigende Beliebtheit der Technologie. Es freut mich sehr, dass die Förderung der Landesregierung hier so erfolgreich ist. Die Antragszahlen im ersten Halbjahr zeigen außerdem, dass dieser Trend sich unverändert fortsetzt.“ Der Landkreis Coesfeld liegt in der Kategorie „Landkreise“ in NRW in 2017 mit ca. 250 installierten Erdwärmeheizungen auf Platz 1. Die Sieger-Urkunde wurde dem Coesfelder Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr übergeben. In der Kategorie „Gemeinden“ siegte die Stadt Werne. Hier gab es 2017 über 130 neue Erdwärmeheizungen. Die Urkunde bekam Bürgermeister Lothar Christ überreicht. Insgesamt wurden vom Landesumweltamt rund 4.000 neue Erdwärmeheizungen in 2017 gezählt. Das ist im Vergleich zu 2016 ein Zuwachs der Neuinstallationen um mehr als 15 Prozent. „Das sind sehr beeindruckende Zahlen, sowohl für einen Landkreis, wie auch für eine Stadt. Andere Bundesländer wären froh, wenn sie landesweit diese Zubauzahlen hätten“, so Leonhard Thien, Geothermie-Experte der EnergieAgentur.NRW. . Reiner Priggen, Vorsitzender des Landesverbandes Erneuerbare Energien NRW: „Ich würde es sehr begrüßen, wenn die Landesregierung ein Tiefengeothermisches Projekt in NRW zur Umsetzung bringen würde. Uns fehlt in NRW eine Referenzanlage nach Münchener Vorbild.“ Prof. Dr. Rolf Bracke, Leiter des Goethermiezentrum Bochum sagte abschließend: „Mit dem Verbrennungsstopp von Kohle fehlen die großen Quellen für die Fernwärme. Jedoch verfügt NRW wie München über hohe hydrogeothermale Potentiale. Hinzu kommt im Ruhrgebiet das Grubenwasser als möglicher saisonaler Speicher für fossil und solar erzeugte Abwärme. Damit übersteigt das natürliche Wärmeangebot den Bedarf der Fernwärmenetze um ein Vielfaches. Die Politik und die Versorgungsunternehmen sollten nun rasch reagieren, denn ein klimafreundlicher Umbau der Fernwärmesysteme auf Tiefengeothermie und Grubenwasser dauert weit über 20 Jahre.“


Von stadt4.0 - Community Münster am 09.09.2018 15:09

Aus Forschung + Entwicklung in Bochum